Die CSU kann in Bayern wieder allein regieren: Die Partei von Horst Seehofer kommt bei der Landtagswahl auf 49,1 Prozent. Die FDP scheitert an der Fünfprozenthürde.

 

Die CSU hat die Landtagswahl in Bayern gewonnen. Die Partei vonMinisterpräsident Horst Seehofer kam nach der Hochrechnungen der ARD auf 48,7 Prozent der Stimmen und legte damit um 5,3 Prozentpunkte zu. Nach fünf Jahren schwarz-gelber Koalition können die Christsozialen nun wieder allein regieren

CSU-Chef Seehofer hat die Rückkehr zur absoluten Mehrheit als "großartigen Wahlerfolg" bezeichnet. "Damit ist das Jahr 2008 Geschichte. Wir sind wieder da", sagte er am Abend in München. Der frühere CSU-Chef Erwin Huber sieht  Seehofer nach der Wahl gestärkt.  Er habe nun eine große Chance mit seinem Regierungsprogramm und in der Regierungsbildung eine gute Grundlage für die Landtagswahl 2018 hinzulegen, sagte Huber.

Die FDP im Freistaat kommt nicht wieder in den Landtag. Die Partei erzielte 3,0 Prozent und scheitert damit an der Fünfprozenthürde. 2008 hatten die Liberalen 8,0 Prozent der Stimmen erhalten.  

 

Der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) bezeichnete die Niederlage seiner Partei als "schmerzlich" und "enttäuschend". Die FDP habe fünf Jahre lang erfolgreich in der Koalition mit der CSU gearbeitet. "Wir hätten mit unseren Erfolgen die Regierung gerne fortgeführt", sagte Zeil.



Die SPD kam laut der Hochrechnung auf 20,6 Prozent und verbesserte sich damit um 2,0 Prozentpunkte. Bei der letzten Landtagswahl in Bayern im Jahr 2008 hatte die Partei 18,6 Prozent der Stimmen geholt – ihr schlechtestes Ergebnis der Nachkriegszeit.    

SPD-Spitzenkandidat Christian Ude gratulierte der CSU zum Wahlsieg. Er wünsche Horst Seehofer bei der Bewältigung der großen Aufgabe eine ruhige Hand. Der Münchner Oberbürgermeister zeigte sich erfreut, dass die SPD Stimmen hinzugewinnen konnte.   

Grünen sind enttäuscht

Die Grünen erzielten 8,7 Prozent, das sind 0,7 Prozentpunkte weniger als 2008. Die Grünen-Spitzenkandidatin Margarete Bause reagierte enttäuscht: "Wir haben uns mehr erwartet", sagte sie am Abend. "Wir haben unsere Wahlziele leider nicht erreicht." 

Die Freien Wähler kamen ebenfalls auf 8,7 Prozent und verloren damit 1,5 Punkte im Vergleich zur letzten Wahl. Die Linke in Bayern erzielte 2,2 Prozent der Stimmen – das ist ein Rückgang um 2,4 Prozentpunkte.

Laut der Forschungsgruppe Wahlen kam die CSU auf 48,8 Prozent, die SPD auf 20,6 Prozent. Freie Wähler auf 8,6 und die Grünen auf 8,5 Prozent. Die FDP lag bei 3,1 Prozent.

Bayern-Wahl gilt als Stimmungstest für den 22. September

Fast 9,5 Millionen Bayern waren wahlberechtigt. Obwohl der Zulauf in den größeren Städten ähnlich niedrig war wie bei der letzten Wahl 2008, stieg dieWahlbeteiligung wegen der hohen Zahl an Briefwählern auf 64,5 Prozent. Vor fünf Jahren hatten nur 57,9 Prozent der Wahlberechtigten in Bayern ihre Stimme abgegeben.

Insgesamt waren 15 Parteien zur Wahl zugelassen, im Landesparlament waren 180 Sitze zu vergeben. Durch Überhang- und Ausgleichsmandate können es am Ende aber auch noch mehr werden.

Die Bayern-Wahl gilt als wichtiger Stimmungstest für die Bundestagswahl in einer Woche. Die Gremien aller Parteien kommen am morgigen Montag in München und Berlin zusammen, um die Ergebnisse auszuwerten. Experten gehen davon aus, dass das Scheitern der FDP in Bayern den Liberalen einen zusätzlichen Mobilisierungsschub verschaffen könnte.