Bundestagsabgeordnete Wulf besucht Ammerländer Vorzeigeprojekt
MdB Mareike Wulf zeigt sich insbesondere darüber begeistert, dass „die vermeintlich besonders „schwachen“ Schülerinnen und Schüler in diesem Projekt nach kurzer Zeit einer höheren zeitlichen Belastung (wöchentlich 2 Tage in Vollzeit im Betrieb plus 20 Unterrichtsstunden in der Schule an den drei anderen Tagen) Stand halten als im Regelschulsystem in dieser Alterskohorte üblich. Zugleich reifen sie deutlich schneller als gleichaltrige Mitschüler und können sich sehr gut präsentieren.“
„Die Ergebnisse sprechen für sich...“ resümiert Schulleiterin Jutta Klages „.. wir bekommen die Schülerinnen und Schülern in diesen Klassen zu 99 Prozent mit einem Schulabschluss direkt in die Ausbildung. Es gibt sogar Einzelfälle, die so erfolgreich sind, dass sie den Schritt in die 10. Klasse schaffen und dort den Realschulabschluss anstreben, um dann nochmals höher qualifiziert eine Ausbildung zu starten.
Anschließend ging es auch im Termin aus der Theorie in die Praxis, zum Betrieb Wieland Maschinenbau nach Rastede, wo Levin Wessels, ein BerufsStarter-Absolvent aus dem vergangenen Jahr, seine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker absolviert. Ausbildungsleiter Nico Hintz lobt das Projekt in höchsten Tönen: „Dadurch, dass sich beide Seiten bereits vor Ausbildungsbeginn über mehrere Monate im Praktikum kennen gelernt haben, gibt es keine „bösen Überraschungen“ auf der einen oder anderen Seite. Die Gefahr eines Abbruchs oder die Notwendigkeit einer Entlassung sind in dieser Konstellation sehr gering.“
Levin selbst präsentiert mit berechtigtem Stolz die betriebliche Projektarbeit, mit der er sich gerade befasst, wenn er nicht anderweitig eingesetzt wird, ein „Bierkistenkart“ mit Elektroantrieb. „In Klasse 7 hatte ich ein nicht so gutes Zeugnis, aber in den beiden Berufsstarterjahren hat sich das komplett ins Positive gewendet…“. Neben Levins angefangenem Werkstück liegen von ihm erstellte technische Skizzen und ein dickes Tabellenbuch mit Toleranz- und Maßhaltigkeitswerten für das Einpassen von Lagern und beweglichen Verbindungen.
Mareike Wulf zeigt sich rundum beeindruckt und verspricht: „Ich werde in Hannover und Berlin prüfen lassen, ob ein solches Erfolgsprojekt nicht eine bessere Förderung erfahren und im Idealfall modellhaft in andere Schulen übertragen werden kann.“